Diversity Painting

Diversity-Painting

Diversity-Painting bietet eine kreative Möglichkeit miteinander einen Dialog zu führen. Es geht darum, innerhalb eines Dialogprozesses Berührungen zwischen Unterschiedlichkeiten (Diversity) in einer experimentellen Form zu ermöglichen. Die Kommunikationsform orientiert sich dabei an den Dialog-Maximen des Physikers David Bohms:

  • Radikaler Respekt vor der Andersatigkeit des Anderen
  • Fasse Dich kurz
  • Male von Herzen (inneren Impulsen nachspüren, authentisch sein ohne Wertung)
  • Hinschauen
  • Verlangsamung

    Welche Möglichkeiten haben wir uns mit Farben, Gesten der Pinselführung oder anderen Handlungen auf einer gemeinsamen Bildfläche mitzuteilen, auszutauschen und zu kommunizieren?

    Oftmals laufen Prozesse, wie gewohntes Urteilen oder Reagieren als Impulse blitzartig schnell ab. Glücksgefühle, Freude oder aber Ärger und Wut können wahrgenommen und kreativ umgesetzt werden auf eine Art und Weise, die es uns erlaubt, sie einfach zu betrachten ohne uns mit ihnen zu identifizieren. Alles darf sein, so wie es ist, ohne das zu bewerten. Es geht nur darum, Impulse wahrzunehmen und diese dann je nach Bedürfnis der Gruppe – in diesem Fall der Bildfläche – mitzuteilen. Der Prozess erscheint auf der gemeinsamen Leinwand als gestaltetes Bild, das gleichzeitig Unbewußtes sichtbar macht. Diversity-Painting läßt uns die dialogischen Kernfähigkeiten, wie Authentizität, Mitgefühl oder die Erfahrung von Konflikten als kreatives Potential erleben und vertiefen.

    David Bohm hält es für möglich, durch solche Erfahrungsräume das Bewusstsein mit der Zeit zu transformieren. Er sagt, tief in uns gibt es bereits das partizipierende Bewusstsein, was sich eingebunden fühlt in einen größeren Zusammenhang.

    Lesen Sie, wie Diversity-Painting ganz praktisch in unseren Kursen aussieht.

    Diversity- Painting in Vogelsang

    Dies ist ein Beispiel eines Diversity-Paintings, das im Zusammenhang der Neuorientierung für die Zukunft der ehemaligen NS- Ordensburg und ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang in der Nordeifel durchgeführt wurde.

    Kern- und Lernfähigkeiten im Dialog

    Worum geht es beim Diversity-Painting?

    “Wollte man die Glieder eines Pferdes aneinander reihen, so würde man dadurch noch kein Pferd bekommen. Es muss etwas da sein, was allem den Zusammenhang gibt.”
    Dschuang Dse (365-290)

    David Bohm geht davon aus, dass sich unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmung im Laufe der Evolution dazu entwickelt hat zu fragmentieren, sozusagen die Glieder eines Pferdes aneinander zu reihen, in der Hoffnung oder Illusion, dass das ein Pferd geben müsse.

    Aber dabei kommt kein Pferd heraus, sondern erst wenn unser Bewusstsein aus dem Zustand der Fragmentierung heraustritt, sich weiterentwickelt, kann das, was alles zusammenhält, wieder spürbar, erfahrbar werden.

    Ausdruck findet die Fragmentierung im Rechthaben, Verteidigen von Positionen usw. und vor allem auch in der Abstraktion der digitalen Welt anstatt konkreter Erfahrungen. Wir halten das, was wir fühlen und denken, für wahr; für das Pferd sind alles aber vielleicht nur Annahmen. Wir gehen davon aus, wenn uns ein Gedanke oder Gefühl kommt, dass wir es auch sind, die da so fühlen und denken.

    Bohm sagt: Dadurch, dass wir das auf uns beziehen und uns damit identifizieren, müssen wir es auch schützen. Daran haben wir uns gewöhnt, wir reagieren sozusagen reflexhaft. Das bringt Probleme, da unser Denken konditioniert ist. Bohm sieht darin einen Grund, warum vieles ins Stocken gerät, die Gewalt nicht abnimmt etc.

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